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Die Bücher der Bibel

Die Reihe "Die Bücher der Bibel" entsteht gerade. Mit jeder neuen Ausgabe des Petriboten kommt ein Teil hinzu.

Bislang auf dieser Seite beschriebene Bücher:

Altes Testament

  • Das erste Buch Mose
  • Das zweite Buch Mose
  • Das dritte Buch Mose
  • Das vierte Buch Mose
  • Das fünfte Buch Mose
  • Josua
  • Richter
  • Rut
  • Die Bücher Samuel
  • Die Bücher der Könige
  • Die Bücher der Chronik
  • Die Bücher Esra und Nehemia
  • Das Buch Hiob

 

Das erste Buch Mose

Spricht man von einem der Bücher Mose, muss man gleich über alle sprechen; denn sie sind nicht in der Reihenfolge entstanden, in der sie uns jetzt vorliegen. Vielmehr beruhen sie auf ganz verschiedenen Quellen. Diese wurden miteinander verbunden und zudem mehrfach überarbeitet. Bis vor kurzem nahm man als älteste Quelle den Jahwisten an (er gebraucht für Gott den Namen "Jahwe"); gleich alt schätzte man den "Elohisten", der Gott als "Elohim" bezeichnet. Späteren Zeiten wurden das "Deuteronomium" ("zweites Gesetz") zugerechnet und ebenso die "Priesterschrift". Aber zurzeit sind diese Erkenntnisse total im Fluss.

Das 1. Buch Mose erzählt jetzt die Urgeschichten, beginnend mit der Schöpfung (darum die griechische Bezeichnung "Genesis", Entstehung), und die wahrscheinlich älteren Vätergeschichten um Abraham, Isaak, Jakob und Joseph, spannend zu lesen!

Das zweite Buch Mose

Das zweite Buch Mose erzählt das Geschick des Volkes Israel in Ägypten, nachdem etliche Generationen nach Josef und seinen Brüdern dort gelebt haben. Aus der zunehmenden Unterdrückung führt Mose im Namen Gottes heraus. Spannend ist die Auseinandersetzung zwischen Mose und dem Pharao, spannend die Flucht mit dem Durchzug durch das Wasser und dann die Gefahren und die Bewahrung in der Wüste.

Die zweite Hälfte des Buches umfasst die Bundschließung Gottes mit Israel am Sinai. Das Volk erhält die 10 Gebote (Kap. 20) und weitere Regeln, ferner werden die Vorschriften zur Stiftshütte, dem Zelt Gottes, mitgeteilt. Zwischendrin ereignet sich die aufregende Episode um das goldene Stierbild (Kap. 32).
Weil das zweite Buch Mose mit den Geschichten um den Auszug aus Ägypten beginnt, trägt es den Namen „Exodus“ = Auszug.

Das dritte Buch Mose

Das dritte Buch Mose ist eine Sammlung von kultischen und anderen Bestimmungen für das Leben der Israeliten, wobei vorausgesetzt wird, dass Mose diese am Berg Sinai von Gott direkt erhält und dem Volk weitergibt. Die Opfergesetze (Kap. 1-7) gehen zwei Mal die Reihe Brand, Speis-, Heilsmahl-, Sünd- und Schuld-opfer durch. Die Gesetze über das Priestertum (Kap. 8-10) regeln Einsetzung und Befugnisse der Priester. Die Reinheitsgesetze (Kap. 11-15) unterbrechen den Zusammenhang mit Kap. 16, verfolgen jedoch den Zweck, ein „reines“ Volk Israel zu ermöglichen. Kap. 16 beschreibt in wohl ältester Form das bis heute für die jüdische Frömmigkeit zentrale Fest des Versöhnungstages. Das Heiligkeitsgesetz schließlich regelt u.a. ethische Probleme und ist vielleicht ursprünglich eine selbständige Gesetzessammlung gewesen. Der lateinische Name des Buches „Leviticus“ knüpft bei Bestimmungen für den Stamm und die Aufgaben der Leviten an, ist jedoch nicht zutreffend.

Das vierte Buch Mose

... trägt den lateinischen Namen „Numeri“ = Zahlen, weil die Zählung und die Marschordnung der Israeliten den Anfang bilden. Mitten in den folgenden Gesetzen und Festlegungen steht in Kap. 6 der so genannte Aaronitische Segen (6,24-26), der an jedem Sonntag unseren Gottesdienst beschließt. Der zweite Teil des Buches (Kap. 10-22) erzählt vom Aufbruch vom Sinai und etlichen Unbilden auf dem Weg: das Volk murrt – Mirjam und Aaron stellen sich gegen Mose – Kundschafter werden ausgesandt – die eherne Schlange wird zur Rettung. Der dritte Teil (Kap. 22-36) lässt Israel vor dem verheißenen Land ankommen: der Prophet Bileam kann die Israeliten nicht verfluchen, sondern segnet sie – Josua wird Nachfolger Moses – das Ostjordanland wird an die Stämme Ruben, Gad und Manasse verteilt. Jetzt wird der entscheidende Schritt in das gelobte Land erfolgen.

Das fünfte Buch Mose

... trägt den latinisierten griechischen Namen „Deuteronomium“ = Wiederholung des Gesetzes. Richtig müsste es nach 17,18 heißen: „Abschrift des Gesetzes“. Der Form nach ist es die Abschiedsrede Moses an die Israeliten, der seinerseits das verheißene Land nicht betreten wird. Mose erinnert an den Bundesschluss mit Gott am Horeb und geht mit dem Volk noch einmal den Weg von dort bis an den Jordan. Die Landnahme steht bevor. Das Buch endet mit dem Lied des Mose, mit seinem Segen und mit dem Bericht über Moses Tod (Kap. 32-34). Da in Kap. 5 erneut die 10 Gebote zitiert werden, erscheint das ganze Deuteronomium als eine Auslegung des Dekalogs. Schon in der Alten Kirche ging man davon aus, dass dieses Buch die Schrift ist, die den König Josia 622 v. Chr. zu seiner Kultreform in Juda veranlasste. Zentrale Gedanken sind die Einzigartigkeit Gottes und die Liebe zwischen Gott und Israel.

Das Buch Josua

Benannt ist das Buch nach einem militärischen Anführer in Mittelpalästina mit Namen Josua = Gott hilft. Mit der Zeit wird dieser zur zentralen Figur der Landnahme Israels und mit Mose verbunden (erst Diener, dann Kundschafter, schließlich Nachfolger, der auch schon beim Empfang der Gebote dabei war). Das Buch beschreibt in drei Abschnitten die Eroberung des Westjordanlandes durch die Israeliten (1-12), die Verteilung des Landes (13-21) und enthält Anweisungen für den Verbleib im Lande. Eine spätere so genannte deuteronomistische Bearbeitung reflektiert den späteren Verlust des Landes als strafende Wegnahme durch Gott, während das Buch Josua ursprünglich gerade die Landnahme der nomadischen Israeliten als Gunstbeweis und Gabe Gottes verstand.

Das Buch der Richter

... erzählt von der Zeit nach der Eroberung des Landes Kanaan durch die Israeliten. Der Name des Buches entstammt 2,16, wonach Gott in Notsituationen des Stämmeverbandes Rettergestalten erweckt, die dem Volk aus der Bedrohung durch die verbliebenen Feinde helfen. Die Charakterisierung dieser „Richter“ ist unterschiedlich. Unter ihnen ragen hervor: die Richterin Debora (4+5), die in Streitfällen Recht spricht, aber auch einen Feldzug initiiert; Gideon (6-8), der als Feldherr gegen die Midianiter zieht; Jeftah (11+12) im Kampf mit den Ammonitern und mit der tragischen Situation, seine Tochter für seinen Erfolg zu opfern; schließlich der einsame Held Simson (13-16) im Konflikt mit den Philistern.

Anhänge erzählen von den Stämmen Dan und Benjamin (17-21). Resümee: „Zu der Zeit war kein König in Israel; jeder tat, was ihn recht dünkte.“ (21,25)

Das Buch der Rut

erzählt von dem Schicksal zweier Frauen, die nach bitteren Zeiten des Leids und der Armut eine „Ruhestatt“ finden. Dabei ist nicht die Treue und Ergebenheit der jungen Rut das Ausschlaggebende oder das durchaus berechnende Planen der alten Noomi, auch nicht die Freundlichkeit und der Takt des Boas. Vielmehr geht es dem Buch einzig um das gute Walten Gottes. Von ihm reden auch die Handelnden immer wieder. Der Schluss des Buches weist schließlich auf den großen Heilsplan hin, der sich später in David und noch später in Jesus vollendet.

Das Buch gehört zur Gattung der Novellen (wie z. B. die Josefserzählung), kann aber historisch schwer eingeordnet werden. In der hebräischen Bibel zählt es zu den Schriften (Psalmen, Hiob usw.), während die griechische Septuaginta es den historischen Büchern zuordnet.

Die Bücher Samuel

Die zwei Bücher Samuel verdanken ihren Namen einem Mann, der in der mehrfachen Rolle eines Propheten, Priesters und Richters auftritt. Sie erzählen den Übergang von der Zeit der Richter zu den Anfängen des Königtums in Israel. Die Hauptrollen spielen Samuel, Saul und David. Die Bücher Samuel sind aus zahlreichen kleineren Erzählungen zusammengewachsen. Besonders Davids Thronnachfolge (2. Sam 9 – 1. Kön 2) aus der Zeit Salomos ist ein frühes Meisterwerk hebräischer Erzählkunst. Die Botschaft der Bücher ist mehrschichtig: einerseits wird besonders Davids Königtum göttlich legitimiert, andererseits wird David realistisch und kritisch gesehen.

Die Bücher der Könige

gliedern sich in drei Teile:

  • 1. Kön 1-11, die Zeit Salomos;
  • 1. Kön 12-2. Kön 17, die getrennten Reiche Nord-Israel und Juda;
  • 2. Kön 18-25, Juda nach dem Untergang Israels.

Die Entstehung datiert im 6. Jahrhundert v. Chr. Anfang ist eine Grundschrift, die einen chronologischen Überblick über die Könige in Israel und Juda vermittelt. Eine zweite Schicht führt Prophetengestalten ein, die die Entwicklungen als Strafe Gottes deuten. Eine dritte Schicht betont das Gesetz als Halt und Richtschnur. Theologisch maßgebend ist durchweg der Zusammenhang von Tun und Ergehen, eine Geschichtsdeutung, die die Leser auf die Tradition und auf den Gehorsam Gott gegenüber festlegt.

Die Bücher der Chronik

richten einen umfassenden Blick auf die Menschheitsgeschichte von Adam an bis hin zur babylonischen Gefangenschaft.
Den Anfang bilden genealogische Listen, bis die Begründung des levitischen Kults und der Dynastie Davids berichtet ist. Salomos Zeit ist den Chronikbüchern durch den Tempelbau wichtig, ebenso anschließend die Wahrung des Erbes Davids durch die davidischen Könige. Die Chronik gründet stark auf der Davidtradition und betont die Leviten als Wahrer der jüdischen Frömmigkeit. Das setzt einen anderen Akzent als die priesterlichen Traditionen. Zum Beispiel wird „die Schrift“ herausgebildet und bekommt auch im Gottesdienst plötzlich Bedeutung.

Die Bücher Esra und Nehemia

Die beiden Bücher schildern, wie sich das jüdische Volk nach dem babylonischen Exil um seinen Wiederaufbau im Land Israel bemüht.
Das Buch Esra berichtet davon, daß Cyrus, der persische Kaiser, die Rückkehr der Gefangenen erlaubt und ihnen den Bau des Tempels befohlen hatte. Er gab auch Tempelgeräte heraus, die Nebukadnezar geraubt hatte.
Esra lässt zunächst den Altar errichten und das Laubhüttenfest feiern. Danach wird der Grundstein zum Bau des Tempels gelegt. Das Heiligtum konnte jedoch erst im Frühjahr des Jahres 515 v.Chr. eingeweiht werden.

Das Buch Hiob

Es erzählt von Hiob, der unter der Last eines fast übermenschlichen Leidens aus aller Bindung an seine Familie, seine Freunde und selbst seinen Gott herausgeworfen wird.
Hiob findet in seiner Umgebung die Überzeugung vor, dass derjenige Erfolg hat, der „gerecht“ lebt. Allzu leicht kann man daraus folgern: Wer im Leben Erfolg hat, der gehört zu denen, die so leben, wie es Gott gefällt.
Dieser Haltung widerspricht Hiob. Er weigert sich, sein Leid als einen Schuldspruch gegen sich anzuerkennen und macht sich auf die Suche nach einem anderen, umfassenderen Verständnis der Gerechtigkeit Gottes.